Vom 8. bis zum 11. Juli unternahmen die FaMIs des Karl-Schiller-Berufskollegs
eine Gedenkstättenfahrt nach Berlin. Unter dem Motto „Erinnern für die
Zukunft: Menschenrechte als Kompass von 1933 bis heute“ setzten sich die
Schülerinnen und Schüler, begleitet von Herrn Höffner, Herrn Ott sowie Herrn
Zaib, intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Organisiert
wurde die Fahrt vom Gustav-Stresemann-Institut.
Am Mittwoch, dem 8. Juli, trafen sich die teilnehmenden Schülerinnen und
Schüler sowie die Lehrkräfte um 7:48 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof. Von
dort aus ging es mit dem Zug direkt nach Berlin. Nach der Ankunft begann
unmittelbar das Seminarprogramm unter der Leitung des
Jugendbildungsreferenten Peter Gottwald. Nach einer Vorstellungsrunde und
einer Einführung in den Ablauf der Veranstaltung fuhr die Gruppe gemeinsam
nach Berlin-Mitte. Dort erhielten die Teilnehmenden eine Führung durch die
Berliner Erinnerungslandschaft. Besichtigt wurden verschiedene Denkmäler und
Gedenkorte, darunter das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, das
Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen,
der Gedenk und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-
Morde sowie das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und
Roma Europas. Dabei wurden die historischen Hintergründe ausführlich
erläutert. Nach einem gemeinsamen Abendessen bildete ein
diskussionsorientierter Spaziergang vom Brandenburger Tor zum Potsdamer
Platz den Abschluss des ersten Tages. Im Mittelpunkt standen dabei die
politische und historische Entwicklung Deutschlands in den vergangenen 200
Jahren. Am Donnerstag begann das Programm bereits am frühen Morgen mit der
Abfahrt nach Oranienburg. Dort besichtigte die Gruppe die Gedenkstätte
Sachsenhausen. Der Besuch startete mit einer Einführung zum Thema
„Täterschaft“ und setzte sich mit einer Führung über das ehemalige
Lagergelände fort. An verschiedenen Stationen erhielten die Schülerinnen und
Schüler Einblicke in unterschiedliche Facetten des Lebens der Häftlinge im
Konzentrationslager. Durch zahlreiche Anregungen und Fragen entwickelte sich
ein intensiver Austausch über die Geschichte des Ortes. Im Anschluss
erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen unterschiedliche
Täterbiografien, womit die Besichtigung ihren Abschluss fand.
Am Freitag standen zwei weitere Erinnerungsorte auf dem Programm: die
Gedenkstätte Deutscher Widerstand sowie das Dokumentationszentrum Flucht,
Vertreibung, Versöhnung. In der Gedenkstätte Deutscher Widerstand erhielt die
Gruppe zunächst eine Einführung in das Thema Widerstand, bevor die
Teilnehmenden die Dauerausstellung eigenständig erkunden konnten. Dabei
wurden die unterschiedlichen Formen des Widerstands während der Zeit des
Nationalsozialismus sichtbar – unter anderem auf kirchlicher, studentischer und
militärischer Ebene. Von der Weißen Rose bis zum Attentat um Stauffenberg
wurden vielfältige Beispiele des Widerstands thematisiert.
Im Anschluss besuchte die Gruppe das Dokumentationszentrum Flucht,
Vertreibung, Versöhnung. Im Mittelpunkt stand ein Workshop zu den Themen
Identität sowie den historischen Hintergründen von Flucht und Vertreibung.
Anhand von Einzelschicksalen wurden die Erfahrungen von Vertreibung und
Neuanfang eindrucksvoll verdeutlicht. Zum Abschluss wurde den Schülerinnen
und Schülern die Arbeit der Bibliothek des Dokumentationszentrums vorgestellt
und sie bekamen die Möglichkeit, dort selbstständig Familienforschung zu
betreiben und auf Spurensuche in ihrer eigenen Familiengeschichte zu gehen.
Am letzten Tag der Gedenkstättenfahrt, dem Samstag, stand zum Abschluss ein
Besuch des Deutschen Bundestages auf dem Programm. Zunächst erhielten die
Teilnehmenden die Gelegenheit, anhand der Ausstellung „WIR – 19
Grundrechte“ verschiedene künstlerische Perspektiven auf die im Grundgesetz
verankerten Grundrechte kennenzulernen. Anschließend fand die
Gedenkstättenfahrt mit einem Besuch der Reichstagskuppel und einem
beeindruckenden Ausblick über Berlin ihren Abschluss. Am Nachmittag trat die
Gruppe mit dem Zug die Rückreise nach Dortmund an.
Ein besonderer Dank gilt dem Seminarleiter Peter Gottwald für seine lehrreichen
und interessanten Führungen sowie die anregenden Gespräche. Ebenso
bedanken wir uns beim Gustav-Stresemann-Institut für die Organisation und
Durchführung der Gedenkstättenfahrt.
Die Exkursion bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich intensiv
mit den Verbrechen des Nationalsozialismus, den Schicksalen der Opfer sowie
den unterschiedlichen Formen des Erinnerns auseinanderzusetzen. Sie machte
deutlich, wie wichtig eine lebendige Erinnerungskultur ist, um Verantwortung für
die Gegenwart zu übernehmen und demokratische Werte sowie
Menschenrechte auch in Zukunft zu schützen.
